01.03.2015
SE im Regenwald: Expedition nach Xingu
Traumen können durch aktive Kriegsbeteiligung, Katastrophen, Verbrechen, Gewalt & Missbrauch, medizi


Man kann den tropischen Regenwald als ein Thermometer betrachten, an dem sich der Zustand des Planeten ablesen lässt. Mehr als die Hälfte unserer Tierspezies und Pflanzen sind dort zu Hause, und das Ökosystem des Waldes und seine Ressourcen sind unabdingbar, um Armut und Klimawandel zu verhindern. Die meisten der im Regenwald lebenden indigenen Völker wissen jedoch nicht, welche Bedeutung der Wald für den Globus hat – sie haben schon hart genug um ihr eigenes Überleben zu kämpfen.


SONIA GOMES SILVA UND CATHRINE S. THOMMESSEN am 14. APRIL 2015


Xingu ist ein multiethnisches indigenes Gebiet in der Region Mato Grosso im brasilianischen Amazonasbecken, gegründet Anfang der 1960er Jahre von den Vilas-Boas-Brüdern. Seine Fläche beträgt 27.000 km², etwa die Größe Belgiens. Dort leben 14 verschiedene Volksgruppen, 11 von ihnen Ureinwohner und 3 aus benachbarten Regionen: insgesamt 4.600 Menschen. Man spricht 14 indigene Sprachen, dazu sprechen einige der Männer Portugiesisch. Menschen von außerhalb haben ohne staatliche Genehmigung sowie die Zustimmung der indigenen Oberhäupter keinen Zutritt zu dem Gebiet.

Der Stamm der Yudjá, die Juruna, weist eine Population von 400 Personen auf. Sie bilden im Xingu-Gebiet eine Minderheit. Sie leben in drei verschiedenen Lagern. In einem davon waren wir vom 28. bis 30. November 2014 zu Gast.

Wir – Sonia Gomes Silva, Mitglied des leitenden Dozentengremiums des SE™ Trauma Institute; Christian H. Thommessen, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von SETI, und Cathrine S. Thommessen, SEP – bildeten ein kleines brasilianisch-norwegisches Somatic-Experiencing-Team. Wir unternahmen die Reise zusammen mit Dr. Duarte Guerra, M.D., sowie drei weiteren Männern, die als Helfer und Unterstützer des Teams dabei waren. Dr. Duarte arbeitet alle drei Monate medizinisch und psychiatrisch mit den Yudjá. Bei unserer Ankunft in Xingu am späten Abend lernten wir auch die Zahnärzte Eduardo und Rosa Biral kennen, die mit verschiedenen Stämmen arbeiten und einen Großteil des Jahres bei ihnen leben.

Am Morgen nach unserer Ankunft begrüßte uns der Stamm mit Tanz und Gesang im traditionellen Ornat. Alle waren bemalt und trugen wunderschönen handgefertigten Schmuck. Nach der Zeremonie kamen wir mit dem Häuptling, seiner Frau und Helfern zusammen – umstanden von etlichen Neugierigen – um Geschenke auszutauschen und diverse soziopolitische und soziokulturelle Angelegenheiten zu erörtern. Man äußerte uns gegenüber die folgenden Sorgen:

Die westliche Kultur rückt zunehmend dichterer an die Yudjá heran und hat einen negativen Einfluss auf sie. Die Straßen würden in Kürze besser ausgebaut, was den Stamm veranlasste, in dieses neue Lager umzuziehen, in dem wir uns jetzt aufhielten (vom alten Lager rund 45 Minuten per Schnellboot über den Xingu entfernt). Vor dem Einfluss der Weißen habe man bei den Yudjá keine chronischen Erkrankungen gekannt. Man hatte Bedenken, den Stolz und die Würde der eigenen Kultur einzubüßen. Vor allem Anlass zur Sorge war, dass die Jungen mit der westlichen Kultur in Berührung kamen und trinken und dem Alkoholismus verfallen könnten – Anfänge davon habe man schon beobachtet.

Bei dem Zusammentreffen sagte man uns, die Yudjá bräuchten einen solarbetriebenen Internetzugang, um mit der Außenwelt in Kontakt zu sein und kommunizieren zu können, was sie brauchten und ihre Rechte zu wahren. Christian packte die Gelegenheit beim Schopf, hier helfen zu können und sicherte zu, dass er sich um die finanzielle Seite des Projekts kümmern würde. Dr. Duarte versicherte den Yudjá, er würde für die praktische Seite Sorge tragen.

Cathrine und Christian erzählten den Yudjá von Rainforest Foundation Norway, einer Nichtregierungsorganisation, die indigene Völker in Regenwäldern auf der ganzen Welt unterstützt, unter anderem in Brasilien. Der Stammeshäuptling erhielt eine Schrift der Stiftung mit dem Titel "Schools in the Rainforest", die auch Projekte und Bilder vom Xingu enthielt. Cathrine versprach, die Bedenken des Stammes an die norwegische Stiftung zurückzumelden.


Im Rahmen einer abendlichen Zusammenkunft mit dem gesamten Stamm hielt Sonia eine Ansprache, die in die lokale Sprache gedolmetscht wurde. Sie sprach von den Stärken und der Einzigartigkeit des indigenen Volkes und bestärkte es in seinen Glaubensvorstellungen und kulturellen Werten. In ihrer Ansprache ermutigte sie die Anwesenden, damit fortzufahren, ein spirituelles Bewusstsein zu entwickeln, das die Grundlage dafür sei, dass andere Ebenen der Heilung leichter zugänglich würden. Sonia unterstützte den Stamm darin, seine Gepflogenheiten zu festigen und weiter Zeremonien abzuhalten, die Sinne zu wecken und eins mit der Natur zu sein.


In der Vergangenheit hatte Dr. Duarte einem großen Teil dieses Stammes schon in verschiedenen Angelegenheiten Beistand geleistet. Dieses Mal brauchte einer der Yudjá eine besondere medizinische Versorgung, da er auf die bisherige Behandlung nicht angesprochen hatte. Innerhalb seines Stammes glaubte man stark daran, dass seine Erkrankung – mit Symptomen wie Schwindel, Fieber, Anämie und eine geringe Thrombozytenzahl – durch einen Zauber (Schwarze Magie) ausgelöst worden sei. Sonia wurde gebeten, therapeutisch mit ihm zu arbeiten.


SE-Sitzung mit einem Xingu-Stammesangehörigen



Sonia begegnete dem Klienten, nennen wir ihn Mairipora, zweimal. Zur ersten Begegnung kam es am 29. November zusammen mit seiner Familie, damit der junge Mann sich sicherer fühlen und Vertrauen zu dem Prozess aufbauen konnte. Die nächste Sitzung fand am Tag danach in Gegenwart seiner Eltern und Großeltern vor ihrer traditionellen Strohhütte statt (Mairipora selbst wohnte dort nicht regulär, da er normalerweise in einer anderen Region als Lehrer tätig ist).


Die Sitzung


Mairipora empfing Sonia höflich und mit einem gezwungenen Lächeln. Sein Gesicht zeigte, wie unwohl er sich fühlte.

Sonia fragte: "Wie fühlen Sie sich?"

Mairipora: "Sehr müde und schwach."

S: "Nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen, um eine bequemere Position auf Ihrem Stuhl zu finden und sagen Sie mir, wie ich Ihnen helfen kann, okay? ... Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit dabei, was jetzt gerade in Ihrem Körper vorgeht ... Was erleben Sie in diesem Moment, wie Sie so auf Ihrem Stuhl sitzen? Vielleicht finden Sie die Frage etwas merkwürdig, aber Sie sollen wissen, dass mich alles interessiert, was Sie jetzt gerade erleben. Ich arbeite mit dieser Wahrnehmungstechnik, da sie es mir leichter macht, Ihnen zu helfen. Beobachten und hören wir also einmal, was Ihr Körper Ihnen gerade sagt ..." (Pause ...)

S: "Wo erleben Sie eine Anspannung: welche Muskeln Ihres Körpers sind angespannt? Und wo in Ihrem Körper fühlen Sie sich entspannter? Ich möchte Ihnen auch helfen, erkennen zu können, woran Ihr Körper die Krankheit wahrnimmt ..." (Pause ...)

S: "So, gestern Abend haben Sie mir also berichtet, dass Sie sich nicht wohlfühlen. Sie haben gesagt, Sie fühlten sich schwach, benommen und schwindlig. Und jetzt, heute? Fühlen Sie sich noch genauso? Wie fühlen Sie sich jetzt gerade??"

M: "Schwindlig, mit Benommenheit, schwach."

S: "Oh ... ja. Dr. Duarte hat mir berichtet, dass Sie schon eine ganze Weile krank sind – äußert sich das dann so?"

M: "Ja ..."

S: "Bitte lehnen Sie sich einfach einmal zurück und sagen Sie mir, was Sie sonst noch in Ihrem Körper spüren. Ich brauche alle Informationen, die Sie mir geben können, damit ich weiß, wie wir unsere gemeinsame Zeit hier möglichst gut nutzen. Ich bin sehr neugierig, zu erfahren, was sich in Ihnen abspielt. Können Sie mir sagen, wie lange Sie sich schon so fühlen?"

M: "Schon eine Weile. Ich bin seit mehr als drei Monaten krank ..."

S: "Erzählen Sie mir noch etwas mehr dazu ... Was erleben Sie dabei? ... Sie fühlen sich schwindlig, schwach ... und was noch? Haben Sie dabei das Gefühl, die Kraft zum Leben zu haben? Sich um Sachen zu kümmern? Sitzen Sie, seit ich Sie gestern Abend gesehen habe, schon die ganze Zeit so da wie jetzt?"

M: "Ja. Ich fühle mich ganz leer, ohne jede Bereitschaft, irgendetwas zu machen."

S: "Wie ich Dr. Duarte verstehe, nehmen Sie Medikamente, haben sich bei ihm klinisch mehrfach untersuchen und überprüfen lassen, und dabei ist keine Verbesserung eingetreten?"


M: "Na ja, es wird etwas besser, aber dann kommt alles wieder."

S: "Okay. Ich werde Sie jetzt einmal bitten, sich Ihren Körper anzuschauen und zu beobachten, wie Sie auf dem Stuhl sitzen. Ich bitte Sie, alles mit weit offenen Augen zu beobachten, was Sie um sich herum sehen. Ich will, dass Sie darauf achten, welche Beziehung Ihr Fuß zum Boden hat, wie Ihr Rücken die Rückenlehne berührt; ich möchte, dass Sie bewusst fühlen, wie meine Hände Sie oben auf dem Kopf berühren. Ist das okay?"

Mairipora nickte.

S: "Dann werde ich jetzt also einmal meine Hände auf Ihre Schultern legen. Und Sie spüren dabei bitte gleichzeitig Ihre Füße auf dem Boden."

M: "Ja."

S: "Ich drücke beidseits auf Ihre Schulter. Spüren Sie das hier?"

M: "Ja."

S: "Jetzt werde ich ein wenig auf Ihren Rücken und zwischen Ihre Schulterblätter drücken. Können Sie gegen meine Hände zurückdrücken? Wie fühlen Sie sich?"

M: "Gut."

S: "Jetzt möchte ich etwas mehr Druck von Ihren Füßen in Richtung Boden: Drücken Sie die Füße gegen den Boden. Bitte lassen Sie dabei die Augen offen, atmen Sie einmal richtig schön tief ein und atmen Sie mit einem natürlichen Laut dabei aus. Etwa so etwas wie: 'Aaaaahhhhh....!' ..."

Mairipora befolgte die Anweisung.

S: "Wie fühlen Sie sich?"

M: "Besser."

S: "Sehen Sie sich mit offenen Augen bitte einmal um, indem Sie den Hals von einer Seite zur anderen drehen. Und während Sie den Hals drehen, finden Sie einen Gegenstand, der Ihre Aufmerksamkeit anzieht. Nehmen Sie sich Zeit. Achten Sie auch auf Ihre Atmung und darauf, wie Ihr Körper funktioniert, was sich verändert. Okay, und dabei verweilen Sie einfach einmal." (Pause ...)

S: "Darf ich Ihnen die Hände auf den Brustkorb legen?"

M: "Ja."

S: "Sie können Ihre Hand auf meine legen, okay? ... Atmen Sie ein wenig weiter und geben Sie dem Zeit ... Es ist sehr hart, sich so lange krank zu fühlen ... ohne zu wissen, was da eigentlich los ist bei Ihnen. Ich habe gehört, Sie haben mehrere medizinische Tests machen lassen und mussten dafür eine ziemliche Reise auf sich nehmen. Es dauert ja schon seine Zeit, nach Alta Floresta zu kommen: die Stadt ist weit weg. Die Straße ist in einem schlechten Zustand, die Reise ist beschwerlich. Manchmal braucht man drei Tage, um in die Stadt zu kommen. Stellen Sie sich all diese Schwierigkeiten vor und wie unsicher Sie sich bei dem Ganzen gefühlt haben. Ihr Vater ist so stolz auf Sie; Ihre Mutter auch. Sie machen sich Sorgen um Sie, und mit Ihnen der ganze Stamm und auch Dr. Duarte. Er hat mich gebeten, hierher zu kommen und mich mit Ihnen zu treffen. Mir scheint, dass Sie sehr von allen geliebt und geschätzt werden. Ich bin hier und spüre, dass Sie sehr anfällig sind. Ich verstehe, was Sie da durchmachen. ... Aber ich nehme auch wahr, dass Sie aus dieser Situation herauswollen, richtig? Ich habe gehört, Sie sind mehrere Stunden mit dem Boot unterwegs gewesen, um mich zu sehen, ja?"

M: "Ja. Dr. Duarte sagte mir, Sie könnten mir vielleicht helfen, und ich vertraue ihm."

S: "Oh, das ist ja super! Freut mich. Okay. Ich darf Ihnen doch eine Frage stellen, oder?"

Mairipora nickte.

S: "Dr. Duarte sagte, Sie hätten ihm berichtet, sie seien verhext worden, man hätte sie mit einem Zauber belegt. Nach Ihrem Verständnis ist das der Grund für Ihre Erkrankung. Stimmt das? Sind Sie krank geworden, weil ein Zauber auf Ihnen lastet?"

M: "Ja."

S: "Können Sie mir mehr dazu sagen? Wann haben Sie diesen Zauber zum ersten Mal erkannt?"

M: "Ich war gerade im Begriff, ein Lehrerseminar abzuschließen, und zwei Wochen vor dem Ende des Lehrgangs bin ich krank geworden. Bald danach habe ich dann einen Schamanen aufgesucht, der mich gesund machen sollte, und er sagte mir, dass ein Zauber auf mir laste."

S: "Okay. Als der Schamane Ihnen sagte, dass Sie diesen Zauber abbekommen hätten, was kam Ihnen da als erstes Bild in den Sinn?"

M: "Die Kayapó-Indianer."

S: "In Ihren Augen haben die Kayapó Sie mit einem Zauber bedacht?"

M: "Ja."

S: "Können Sie sie in diesem Moment in Ihrer Phantasie vor sich sehen?"

M: "Ja."

S: "Gut. Bleiben Sie noch etwas bei diesem Bild. Und dann sagen Sie mir: Was fühlen Sie, wenn Sie das Bild dieser Kayapó vor sich sehen? Direkt in dem Moment, als der Schamane Ihnen sagte, es laste ein Zauber auf Ihnen?"

M: "Ich fühle mich etwas wütend."

S: "Etwas wütend ... Wo in Ihrem Körper verspüren Sie diese Wut?"

M: "Ich fühle mich hier etwas angespannt."

Mairipora zeigte auf seine Magengrube.


Ein Laut so stark wie ein Jaguar


Sonia: "Ah, verstehe ... Könnten Sie sich ein wenig die Hand auf die Magengrube legen? ... Was spüren Sie?"

Mairipora: "Verspannt ..."
S: "Was noch?"

M: "Schwach."

S: "Okay ... hmm ... Nehmen Sie sich einen Moment." (Pause ...) "Darf ich meine Hände hierhin legen?"

Sonia zeigte auf Mairiporas Nacken.
Mairipora nickte und Sonia legte die Hände auf seine Wirbelsäule und trug ihm auf, Rumpf, Hals und Kopf zu bewegen und dabei das Gewicht seines Kopfes auf ihren Händen ruhen zu lassen. Sie bat ihn, sich zu bewegen, so dass er sich mit dem Fuß vom Boden abdrücken konnte, während er seinen Körper bewegte. Dann legte sie ihm die Hände auf die Arme und unterstützte so die Freisetzung der Energie, die in der Paraspinalmuskulatur, den Armen, Händen und Beinen gebunden war. Dieses Verfahren erfolgte mit der Intention, das sympathische Nervensystem anzuregen und das System etwas zu energetisieren, da es wie eingefroren war und eine starke Lethargie in sich trug.

S: "Wie fühlen Sie sich jetzt, nachdem Sie Hilfe bekommen haben, Ihren Körper in Bewegung zu bringen?"

M: "Etwas mehr Energie."

S: "Okay. Nehmen Sie sich einen Moment und beobachten Sie, was geschieht." (Sie gab ihm etwas Zeit ...) "Sagen Sie mir, wie fühlen Sie sich jetzt?"

M: "Ich bin mehr da. Ich sehe mehr von den grünen Blättern an den Bäumen."

S: "Schön. Sehr gut. ... Sie haben mir also gesagt, zu dem Zeitpunkt, wo der Schamane Ihnen sagte, Sie hätten einen Zauber abgekommen, hätten Sie sich etwas wütend gefühlt, richtig?"

M: "Ja."

S: "Ich glaube, Sie sind mit einem Zauber bedacht worden und haben das selbst geglaubt, ebenso wie Ihre Eltern und das ganze Dorf. Aber da Sie wissen, dass es ein Zauber war, heißt das auch, dass Sie schon im Vorteil sind: die Krankheit ist schon zu 50 Prozent geheilt. Ist der Zauber aufgedeckt, ist er nur noch halb so wirksam. Was mit den anderen 50 Prozent wird, liegt an Ihnen. Niemand sonst kann da etwas für Sie tun, das können nur Sie selbst. Möchten Sie meine Hilfe?"

M: "Ja."

S: "Als Sie also erkannten, dass es die die Kayapó-Indianer gewesen waren, die Sie mit dem Zauber belegt haben, haben Sie sich Ihr Bild vorgestellt, ihre Negativität und wie sie neidisch auf Sie waren. Sie würden ein Lehrer sein, jemand von großem Wert für ihr Dorf, richtig? Ich möchte, dass Sie diesen Indianern, die Ihnen das angetan haben, jetzt einmal tief in die Augen schauen. Ich möchte, dass Sie die volle Macht ihrer Wurzeln, ihrer Ahnen, des Heiligen Geistes nutzen, diesen Zauber von Ihnen zu nehmen. Verwenden Sie einen Laut, der aus Ihrem Innern aufsteigt, den Laut eines Ihnen bekannten Tieres, das über diese Kraft verfügt. Legen Sie los!"

M: "Ähem ....... Aahh ..." Er ließ einen schwachen Laut ertönen.

S: "Meine Güte, was ist DAS denn! Soll das ein Huhn sein? Was ist das?"
Mairipora brachte einen zaghaften Laut hervor, fast tonlos, und Sonia provozierte ihn so lange, bis er sich für einen Laut öffnete, der stark wie der eines Jaguar war. Später erinnerte sie sich: "Der Laut war grandios. Perfekt!"

S: "Sehr gut! Erlauben wir jetzt, dass dieser Zauber wirklich aus Ihrem Blut, Ihren Zellen weicht; schreien wir und lassen wir alle Kraft, der Sie es erlauben, in Sie hineinkommen. Drängen wir den Zauber aus Ihren Gelenken hinaus, Ihren Ohren, Ihren Augen, aus dem ganzen Körper, und lassen Sie ihn aus Ihrer Haut weichen! Lassen Sie ihn komplett heraus!"
An diesem Punkt angelte Sonia nach einen kleinen Zweig von einem Baum, der dem Stamm als heilig galt und von dem sie wusste, dass er so verwendet werden konnte, wie sie vorhatte: Ohne den jungen Mann zu verletzen, und doch mit kraftvoller Energie schlug sie mit dem Zweig auf Mairiporas ganzen Körper ein, um dem Zauber aufzutragen, sich wieder dorthin zurück zu begeben, von wo er gekommen war: weit weg von Mairiporas Stamm, seinem Körper, seiner Energie.

In einem bestimmten Moment sagte Mairipora, jetzt seien keine Anzeichen für den Zauber mehr da. Sonia fragte, was jetzt noch da sei, und er antwortete, die Gegenwart Jesu.

S: "Dann können Sie jetzt also einfach die Tür zu Ihrem Herzen für Jesus öffnen. Nichts sonst, öffnen Sie einfach nur die Tür zu Ihrem Herzen, für Jesus allein. In Ihrem Herzen wird dann kein Platz sein für einen Zauber, nie wieder."

Die Sitzung endete mit Stabilisierung und dann Aufklärung und Anleitung in Sachen Bewegung. Die Anwesenheit von Mairiporas Familie war sehr wichtig, um das Feld zu halten. Außerdem half sein Vater bei der Übersetzung aus dem Portugiesischen in ihre einheimische Sprache.

...


Nur 39 Tage später, am 8. Januar, schrieb Dr. Duarte, dass die Ergebnisse von Mairiporas Untersuchungen hervorragend ausgefallen seien. Die Thrombozytenzahl war, wie sie sein sollte, der anämische Prozess schien überwunden, und er fühlte sich wohl.

...

Die Solarzellenanlage steht kurz vor der Installation. Cathrine hat sich mit der Rainforest Foundation Norway getroffen und von den Erfahrungen des Teams berichtet sowie die Sorgen des Yudjá-Stammes zur Sprache gebracht. Die Stiftung wurde als Schirmherrin für die alljährlich stattfindende landesweite TV-Spendenkampagne für 2015 gewählt: Hoffentlich wird dies den indigenen Völkern im Xingu-Gebiet sowie anderen Regenwäldern um den Globus mehr Aufmerksamkeit und Finanzhilfen bescheren. Wir drücken die Daumen.


Die Koautorinnen


Die Koautorinnen Sonia Gomes Silva und Cathrine S. Thommessen gesellten sich 2014 zu einem internationalen Team, das eine Expedition in den Xingu National Park unternahm, um dort mit Brasiliens indigenen Stämmen zu arbeiten. Sonia gehört zu den leitenden Ausbilderinnen des Dozentengremiums am SE Trauma Institute. Zudem ist sie klinische Psychologin, Rolferin® und Rolfing MovementTM Practitioner. Ansässig ist sie in São Paulo, Brasilen. Cathrine ist SE Practitioner, Bewegungserzieherin und Bewegungstherapeutin mit Sitz Oslo, Norwegen.

Fotos von Eduardo Biral, alle Rechte vorbehalten (Verwendung hier genehmigt).

Aus- und Weiterbildungen mit Dr. Sônia Gomes


 



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